Strategie und Managementansatz

Die zentrale Aufgabe des Lebensmittel- und Drogeriefachhandels hat sich in den letzten Jahren nicht geändert: Das wichtigste Ziel bleibt, die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Produkten in hoher Qualität zu gewährleisten. Dabei verbinden immer mehr KonsumentInnen mit Qualität Attribute wie "österreichische Herkunft", "faire Arbeitsbedingungen", "ressourcenschonende Produktion", u.a. Gleichzeitig sieht sich die REWE International AG mit Trends konfrontiert, die teilweise widersprüchlich sind: Regionalität und Internationalisierung, gesunde Ernährung und Convenience Food, Tierwohl und Preissensibilität, Automatisierung und persönliche Beratung, u.a. Vor allem kürzere Innovations- und Veränderungszyklen sind Chance und Herausforderung zugleich.

Das professionelle Bearbeiten von Nachhaltigkeitsprozessen steht vor der Herausforderung, immer öfter auch situative Entscheidungen treffen und diese dann in langfristige Strategien integrieren zu müssen. Umso wichtiger ist es daher, konsequent für bestimmte Werte einzustehen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ermöglichen sowie einen langfristigen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.

Die REWE International AG hat bereits 2008 Nachhaltigkeit in ihre Unternehmensstrategie integriert und in ihrem Leitbild verankert. Der Aufbau einer entsprechenden Organisation, wie die Einrichtung einer Stabsstelle für Nachhaltigkeit, sowie das Steuern von Entwicklungen und Prozessen über Hierarchieebenen und unterschiedliche Vertriebsorganisationen hinweg, haben nachhaltiges Handeln im operativen Geschäft verankert. Vorstand und Führungskräfte fordern und fördern aktiv Maßnahmen und Leistungen – die jeweiligen Fortschritte sind Teil des internen Berichtswesens. Zielkonflikte werden mit ExpertInnen im eigenen Unternehmen sowie mit externen Partnern reflektiert und Anregungen zur Weiterentwicklung von inhaltlichen bzw. organisatorischen Maßnahmen an den Vorstand weitergegeben. Zuletzt waren das der Aufbau eines Diversity Management, die Gründung einer Naturschutzstiftung, die Ökologisierung des Fuhrparks oder die Berufung von NachhaltigkeitskoordinatorInnen in den osteuropäischen BILLA Länderorganisationen.

In den vergangenen Jahren hat die REWE International AG das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum auf dem breiten Markt gestärkt und wesentliche Impulse gesetzt, um Produkte und Produktion nachhaltiger zu gestalten. Dafür waren und sind auch Netzwerke und Branchenlösungen sowie Kooperationen und Partnerschaften mit unterschiedlichen Akteuren wichtige Faktoren.

Durch den Nachhaltigkeitsbericht, der seit 2009 alle zwei Jahre veröffentlich wird, haben Stakeholder die Möglichkeit, sich über Aktivitäten, Projekte und neue Entwicklungen zu informieren. Durch die Anwendung der Standards nach GRI (G4) soll das nachhaltige Engagement umfassend und nachvollziehbar dargestellt werden.

Strategische Schwerpunkte

Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie manifestiert sich in den vier Kernbereichen "Grüne Produkte", "Energie, Klima und Umwelt", "Mitarbeiterinnen" und "Gesellschaftliches Engagement". Für jeden dieser Bereiche wurden Handlungsfelder und Ziele definiert. Das Nachhaltigkeitsmanagement gewährleistet, dass die gesetzten Ziele und Strategien konsequent verfolgt und notwendige Adaptierungen umgesetzt werden.

Als strategisches Steuerungselement und zur Dokumentation und Messung der Fortschritte in den Handlungsfeldern wurden Leistungskennzahlen (Key Performance Indicator, KPI) definiert. Sie sind fester Bestandteil der Berichterstattung und zeigen transparent die Entwicklung der Zielsetzungen im Nachhaltigkeitsbereich.

Im Rahmen der strategischen Handlungsfelder setzen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG spezifische Schwerpunkte, um das Nachhaltigkeitsengagement gemäß ihrem Leitbild zu entwickeln und die Anliegen ihrer KundInnen bestmöglich zu adressieren.

Strategische Schwerpunkte im Berichtszeitraum waren vor allem der Ausbau des regionalen und ökologischen Sortiments, Tierwohl, Diversity Management und Verringerung von Lebensmittelverschwendung. Darüber wird in den einzelnen Kapiteln berichtet, die der Systematik der "Vier-Säulen-Strategie" folgen.

Die vier Säulen der Nachhaltigkeit

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