Russische BILLA-Filiale
Länderreport

Neben Österreich ist die REWE International AG in den Ländern Bulgarien, Kroatien, Russland, Slowakei, Tschechien und Ukraine aktiv.

Strategie und Managementansatz

Mit der Eröffnung der ersten BILLA Filiale in Tschechien im Jahr 1990 startete REWE International AG seine Auslandsaktivitäten. Neben dem Kerngeschäft in Österreich zeichnet das Handelsunternehmen für das Vollsortimentsgeschäft in fünf zentral- und osteuropäischen Ländern Bulgarien, Russland, Slowakei, Tschechien und Ukraine verantwortlich. Zusätzlich zum Supermarktformat BILLA ist das Unternehmen mit der Drogeriefachkette BIPA auf dem kroatischen Markt aktiv. 2016 erwirtschaftete die REWE International AG in diesen Märkten etwa 25 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Über 23.000 MitarbeiterInnen sind in Zentral- und Osteuropa (CEE) für das Handelsunternehmen tätig. Auch in diesen Märkten verfolgt die REWE International AG das Ziel, sich unter den Top-Frische-Supermärkten zu positionieren und diese Länder mit leistbaren sowie qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und Drogerieartikel zu versorgen.

Im vergangenen Jahr wurden in den CEE-Ländern fast 50 Filialen umgebaut und mehr als 50 Standorte neu eröffnet. In Russland und Bulgarien wurde 2016 die Eröffnung der jeweils 110. BILLA Filiale gefeiert. Demgegenüber steht der Verkauf von 58 BILLA Filialen in Kroatien im Jahr 2016, wo zukünftig der Fokus auf dem erfolgreichen Ausbau des Drogeriefachhandels mit BIPA liegt. Außerdem wurde im Dezember 2015 die Trennung vom Supermarktgeschäft in Rumänien eingeleitet – die insgesamt 86 BILLA-Supermärkte wurden an Carrefour veräußert.

Sowohl die länderspezifischen Strategien in den Bereichen Vermarktung und Finanzierung als auch der Know-how-Transfer in die sechs CEE-Ländern unterliegen dem Unternehmen in Österreich. Der Umsatz in den CEE-Märkten betrug 2016 insgesamt 3,11 Mrd. Euro und würde mit 696 Filialen erwirtschaftet.

Auf einer Verkaufsfläche von durchschnittlich 1.000 m² finden BILLA KundInnen ein umfangreiches Angebot an Markenartikeln und Eigenmarken. Die vier Säulen der Nachhaltigkeit – "Grüne Produkte", "Energie, Klima und Umwelt", "Mitarbeiterinnen" sowie "Gesellschaftliches Engagement" – gelten eingeschränkt für die gesamte REWE International AG. Aktivitäten werden seit Anbeginn des Engagements der REWE International AG auch in den Auslandsgesellschaften in allen Bereichen durchgeführt, die aber aufgrund der sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation und verschiedenen Stakeholdergruppen eine länderspezifische Ausprägung haben. Um die strategische Einbindung zu stärken gibt es seit 2014 Verantwortliche für den Bereich Nachhaltigkeit in den jeweiligen Ländern. Ihre Aufgabe ist es die Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Auslandsmärkten zu koordinieren und sukzessive zu erweitern.

Nachhaltigkeit in Zentral- und Osteuropa

Nach wie vor basiert das ökonomische Wachstum in CEE auf einer sehr ressourcenintensiven Wirtschaftsweise, um schneller an den Lebensstandard und die wirtschaftlichen Entwicklungen in den Ländern Nord- und Westeuropas anschließen zu können. Gleichzeitig sind internationale Unternehmen im Vergleich zu vergangenen Jahren mit besonderen Herausforderungen konfrontiert wie einer stärkeren Regulierung und speziellen Steuern. Vor diesem Hintergrund wird nachhaltiges Handeln als freiwillige Selbstverpflichtung, die ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Geschäftstätigkeit in Unternehmensentscheidungen einbezieht, zu einer ganz besonderen Aufgabe.

Nachhaltigkeit ist seit 2015 organisatorisch beim "Head of Marketing" fix verortet. Eine Steuerungsgruppe, dem ein Mitglied der Geschäftsleitung sowie Führungskräfte aus den Bereichen Einkauf, Human Ressource, Vertrieb u.a. angehören, trifft sich jährlich, um die Nachhaltigkeitsagenda festzulegen. 

Handlungsfelder

Durch das im Vergleich niedrigere Durchschnittseinkommen in einigen Ländern stellt der Preis beim Einkauf von Lebensmitteln und Drogerieartikeln das zentrale Entscheidungskriterium dar. Ein Mehrpreis für nachhaltigere Produkte ist nur in einem sehr geringen Ausmaß möglich. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach regionalen Produkten. Daher lag der Fokus von Nachhaltigkeitsaktivitäten im Bereich der "Grünen Produkte" auf der Ausweitung der regionalen Sortimente und Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern und Produzenten. In entwickelteren Märkten konnte auch der Anteil der Produkte aus biologischer Landwirtschaft gesteigert werden.

Die positiven Erfahrungen beim Einsatz von energieeffizienten Technologien in den BILLA und MERKUR Märkten in Österreich forcierten die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Ländern und trugen zu einer sukzessiven Reduzierung des Stromverbrauches und der Wärmeenergie bei. Unterstützt wird der Prozess mit der Umsetzung des Energiemanagementsystems ISO 50.001 im Jahr 2016 in allen CEE-Ländern. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde das Fortbildungsangebot erweitert und vorallem das Angebot an E-Learning Modulen in den Märkten erweitert. Sehr positive Effekte konnte die Länderorganisationen mit ihrem gesellschaftlichen Engagement erzielen und in der Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen wichtige Bildungs- und Sozialprojekte für Kinder und bedürftige Menschen umsetzen.

Bruttoumsatz (in Mrd. Euro) 

  2014  2015  2016
Bulgarien 0,31 0,35 0,40
Kroatien 0,26 0,27 0,29
Russland 0,76 0,62 0,62
Slowakei 0,55 0,56 0,59
Tschechien 0,88 0,90 0,96
Ukraine 0,11 0,09 0,08
Gesamt 2,87 2,79 2,94

 

Filialanzahl der REWE International AG (per 31.12.2016)

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