Nachhaltige Verpackungen

Die Verpackung eines Produktes ist in den Augen der KundInnen weiterhin eines der zentralen Merkmale eines nachhaltigeren Produktes. Das liegt neben der deutlichen Sichtbarkeit der Verpackung auch daran, dass das Thema in den vergangenen Jahren stark durch politische Debatten und Regulierungen geprägt wurde. Aus diesen Gründen setzt sich die REWE International AG bereits seit 2010 mit den Anforderungen an eine nachhaltige Verpackungspolitik aus KonsumentInnensicht, der ökologischen und gesellschaftlichen Perspektive und den vertriebs- und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten auseinander. Dabei hat sich schnell gezeigt: Beim Thema Verpackungen gibt es keine einfachen Lösungen. Entscheidungen für die Bevorzugung einzelner Nachhaltigkeitsdimensionen (z.B. Verringerung des Gewichts) führen schnell zu Defiziten bei anderen Aspekten (z.B. Produktsicherheit oder Haltbarkeit). In diesem Zusammenhang müssen bei Verpackungen immer fünf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden: "Schutz des Produkts", "Nachhaltigere Materialien", "Effizienter Materialeinsatz", "Verpackung im Kreislauf halten" und "Transporte". Ein wesentliches Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE International AG ist es, den Anteil an umweltschonenden Verpackungsmaterialien auszubauen.

Green Packaging bei "Ja! Natürlich"

Unter dem Motto "Bio in Hülle und Fülle" setzt "Ja! Natürlich" bereits seit 2011 auf Green Packaging. Das Ziel ist der schrittweise Ausstieg aus Plastik. Dazu wurde bei Obst und Gemüse bereits auf Zellulosefolien anstatt der bisher verwendeten Kunststofffolien umgestellt. Kartontassen ersetzen Plastiktassen und die Gemüsenetze und Etiketten bestehen zu 100 Prozent aus nachwachsender, biologisch abbaubarer Naturfaser. Das verarbeitete Holz stammt aus garantiert FSC-zertifizierter Produktion. Dabei werden soziale und ökologische Standards – wie Gentechnik-Verzicht oder effizienter Transport – strikt eingehalten. Durch die schrittweise Umstellung auf umweltschonende Verpackungen konnten seit 2011 mehr als 380 Tonnen Plastik eingespart werden. Im Jahr 2016 erzielte "Ja! Natürlich" eine Einsparung von 87 Tonnen Plastik.

Mitte 2017 sollen die ersten Produkte auf Tassen aus Graspapier verpackt werden, das durch die Kombination von sonnengetrocknetem Gras und Frischfaser erzeugt wird. Es besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, enthält keinerlei Schadstoffe und punktet durch Einsparungen beim Wasser- und Energieverbrauch.

"bi good": Verpackungen nach Öko-Standards

Im Jahr 2014 führte BIPA die umweltfreundliche Eigenmarke "bi good" ein, bei deren Materialien auf den größtmöglichen Recyclinganteil geachtet wird. So bestehen die "bi good" Waschmittelflaschen – wie Eierkartons – aus Formfasermaterial. Dieses wird zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen. Die Kosmetiktuben bestehen zu 60 Prozent aus Recyclingmaterial, die Flaschen und Kartonverpackungen zu 100 Prozent. Im September 2015 wurden zudem die innovativen Nachfüllkapseln für Bad- & Glasreiniger eingeführt.

Nachhaltige Tragetaschen

Im Mai 2016 hat sich die REWE international AG an der freiwilligen Selbstverpflichtung des österreichischen Handels zur Reduktion von Plastik- und Einweg-Tragetaschen beteiligt. Davor waren von den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG bereits zahlreiche Maßnahmen zur Reduktion von Plastikabfall gesetzt worden: So werden u.a. seit 2012 nur mehr Plastik-Tragetaschen aus Altkunststoff verkauft, was zu einer Reduktion von 700 Tonnen Kunststoff und 50 Prozent der CO2-Emissionen pro Jahr geführt hat. Alternativ zu den "Plastiksackerln" wurden den KundInnen auch schon bisher Papier- und Permanent-Tragetaschen sowie Plastiktragetaschen aus recyceltem Kunststoff und aus gentechnikfreier Maistärke oder Zuckerrohr angeboten. Seit Sommer 2016 sind – im Sinne der freiwilligen Selbstverpflichtung – auch die sogenannten "Knotenbeutel" nur mehr im Obst- und Gemüse-Bereich zu finden und liegen nicht mehr zur freien Entnahme an den Kassen auf.

Im September 2016 wurden schließlich die Weichen für die nächste große Umstellung gestellt: Mit dem ersten Halbjahr 2017 hat das "Plastiksackerl" endgültig ausgedient. Den KundInnen werden in den Märkten und Filialen von BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG zukünftig nur mehr Permanent- und Papier-Tragetaschen angeboten. Das Ziel ist es aber nicht nur, Einweg-Tragetaschen aus Plastik durch Tragetaschen aus Papier zu ersetzen, sondern vor allem im Sinne höchstmöglicher Ressourcenschonung den KundInnen die Mehrfach-Nutzung ans Herz zu legen und dies durch geeignete Angebote zu unterstützen. Durch den Fokus auf Mehrfach-Nutzung sollen mehr als 28 Millionen Plastiktragetaschen pro Jahr eingespart werden. Bis Ende 2016 wurde daher bereits der Großteil der "Plastiksackerl" abverkauft.

Mehrweg

Die 2012 gegründete Kampagne des Ministeriums für ein lebenswertes Österrreich "Sag's am Mehrweg!", einer bewusstseinsbildenden Initiative zur Steigerung der Popularität von Mehrwegflaschen mit Unterstützung der REWE International AG, wurde 2016 mit dem Wettbewerb "Österreich sucht den Mehrweg-Hero" fortgesetzt.  

Im Rahmen der 2011 verabschiedeten Zusatzvereinbarung zur Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen konnte gemeinsam mit anderen Lebensmittelhandelsbetrieben, Abfüllern und Verpackungsherstellern sowie mittels Sammel- und Verwertungssystemen die Mehrwegquote (ohne Fass und Container, ohne Milch und Soda) zwischen 2010 und 2016 bei 22 Prozent stabil gehalten werden (vgl. Nachhaltigkeitsagenda der österreichischen Getränkewirtschaft, Umsetzungsbericht Juni 2017).

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