Durchsetzung von Sozialstandards in der Lieferkette

Internationale Handelsunternehmen wie die REWE International AG beziehen ihre Rohstoffe und Materialien nicht nur aus Österreich und der Europäischen Union, sondern auch aus vielen anderen Ländern. Sie stehen vor der Herausforderung, diese Waren zu attraktiven Konditionen einzukaufen und gleichzeitig eine sozial- und umweltverträglichere Produktion sicherzustellen. In der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die REWE International AG ausdrücklich zur Einhaltung von Sozialstandards in der Lieferkette. Dazu gehören das Verbot von Zwangsarbeit, die Vermeidung von ausbeuterischer Kinderarbeit, ein fairer, respektvoller Umgang mit den MitarbeiterInnen, die Wahrung der Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf Arbeits- und Gesundheitsschutz und auf die Einhaltung gesetzlicher Arbeitszeiten und Entlohnung.

Obwohl die REWE International AG die Bedingungen in den Herkunftsländern sowie die globalen Warenströme der Lieferkette nur bedingt beeinflussen kann, ist es dennoch das Ziel, verbindliche Arbeits- und Sozialstandards entlang der gesamten Lieferkette zu implementieren. Um das zu erreichen, verfolgt die REWE International AG verschiedene Ansätze: Sie unterstützt produkt- und branchenbezogene Initiativen wie die Business Social Compliance Initiative (BSCI), entwickelt branchenübergreifende Leitlinien für Rohstoffe und stößt Projekte an, um u.a. das Nachhaltigkeitslabel PRO PLANET weiter auszubauen. So werden seit 2016 alle PRO PLANET Hühnerfleisch-Schlachtbetriebe sozial auditiert.

Auch in der Leitlinie für Kakaoerzeugnisse hat die REWE International AG das Ziel formuliert, sämtliche Rohkakaomengen für Eigenmarken aus nachhaltigeren Erzeugerstrukturen zu beziehen. Dies wird vor allem durch die Verwendung der Sozialstandards Fairtrade und UTZ sichergestellt.

Soziale Standards bei Obst und Gemüse

Gemeinsam mit der Caritas Österreich und GLOBAL 2000 entwickelte die REWE International AG das Nachhaltigkeitsprogramm für Obst und Gemüse und brachte im Juni 2010 mit österreichischen Erdbeeren das erste Produkt im Rahmen des Nachhaltigkeitslabels PRO PLANET auf den Markt. Mit dem Programm wurden neue Standards in der konventionellen Obst- und Gemüseproduktion gesetzt. Die Erhebung der sozialen Verträglichkeit eines Produkts stützt sich dabei auf bestehende Zertifizierungssysteme und wurde unter starker Einbeziehung der Caritas durchgeführt.

Aufgrund der gewonnenen Erfahrungen aus dem Nachhaltigkeitsprogramm hat die REWE International AG bereits 2013 begonnen, allen spanischen Produzenten ein GRASP Audit oder einen vergleichbaren Standard vorzuschreiben. 2016 wurde die Maßnahme auf das gesamte Obst- und Gemüsesortiment ausgeweitet. Alle internationalen Erzeuger von Obst- und Gemüseprodukten müssen seitdem die sozialen Mindeststandards in Form von externen Audits (z.B.: GRASP, SA8000, SAN, ETI, BSCI) belegen.

Die Umwandlung der sozialen PRO PLANET Kriterien für Obst und Gemüse in verbindliche Vorgaben für den gesamten Obst- und Gemüseeinkauf der REWE International AG wurde maßgeblich durch die gute Zusammenarbeit mit der Caritas ermöglicht und ist zugleich der krönende Abschluss der Kooperation mit der CARITAS Österreich im Rahmen von PRO PLANET.

Der BSCI Code of Conduct

Die REWE International AG bezieht und verkauft auch Waren aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Und trägt somit auch Verantwortung für die Bedingungen, unter denen die Produkte hergestellt werden. Konsumgüter wie Textilien, Haushaltsgegenstände oder Spielwaren werden zunehmend in Entwicklungs- und Schwellenländern, wie z. B. China, Indien und Bangladesch hergestellt. Vor diesem Hintergrund ist die REWE International AG bereits seit 2008 Mitglied der BSCI, einem Zusammenschluss von Wirtschaftsunternehmen, dessen Ziel es ist, die Arbeits- und Sozialstandards in Risikoländern zu verbessern. Der BSCI Code of Conduct basiert auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der UN Global Compact-Initiative und der Menschenrechtserklärung der UNO. Zu den Anforderungen zählen unter anderem der Verzicht auf ausbeuterische Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung gesetzlich geregelter Entlohnung und Arbeitszeiten. Neben dem Verhaltenskodex bilden gezielte Trainings- und Schulungsmaßnahmen sowie ein einheitliches Monitoring-System die Basis des Systems.

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