Logistik

Die Logistik der REWE International AG sorgt dafür, dass die Märkte stets bedarfsgerecht versorgt sind. Dahinter steht ein komplexes Transport- und Lagersystem, das Verfügbarkeit, Qualität und Frische der Produkte gewährleistet. Die transportbedingten Emissionen haben einen Anteil von etwa 16 Prozent an den gesamten Treibhausgas-Emissionen der REWE International AG. Um diese zu verringern, werden folgende Aspekte besonders gefördert: Eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und die Reduktion der Emissionen pro Kilometer durch differenzierte Logistikkonzepte, der Einsatz effizienter Technik sowie ein angepasstes Fahrverhalten.

Eine wesentliche Maßnahme zur Umsetzung der Ziele war die Errichtung des Zentrallagers West, welches 2013 im oberösterreichischen Ohlsdorf in Betrieb genommen wurde. Dadurch konnten maßgebliche Transportwege optimiert werden. Das nachhaltig gestaltete Zentrallager erhielt das Zertifikat der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) in Gold. Es bekam die höchste Punktebewertung für Industriebauten und nimmt somit eine besonders herausragende Stellung unter den von ÖGNI ausgezeichneten Projekten ein.

Der gesamte Standort, der eine Fläche von rund 39.000 m² umfasst, ist ausschließlich mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Darüber hinaus werden Beleuchtung, Heizung und Frischluft über ein intelligentes Haustechniksystem bedarfsabhängig gesteuert. So kann gegenüber herkömmlichen Systemen bei der Beleuchtung eine Stromeinsparung von rund 60 Prozent erzielt werden. Auch bei der Kühlung wurde auf Energieeffizienz gesetzt. Einzelne Bereiche, die prozessbedingt gekühlt werden müssen, werden mittels Inverter-Kühltechnologie klimatisiert. Da durch eine lastabhängige Steuerung nur die benötigte Kühlenergie erzeugt wird, können rund 45 Prozent an Strom eingespart werden. Eine am Dach befindliche Photovoltaik-Anlage produziert Strom, der direkt im Lager verwendet wird.

Ein neues Cross Docking-Lager für BILLA, MERKUR, BIPA und ADEG führt seit 2014 zu weiteren Einsparungen. Dabei werden die Waren der Lieferanten vorkommissioniert geliefert. Die Transportwege konnten durch die Verringerung von Anlieferungen deutlich reduziert werden. Durch den Wegfall des innerbetrieblichen Transports von leeren Rollcontainern für die Versorgung des Lagers reduziert die Rollcontainerförderanlage zudem die Belastung um rund 18.000 LKW-Kilometer. Durch die Synergien, die aufgrund der gemeinsamen Auslieferung mit der Zentrallagerware entstehen, reduziert die Förderstrecke den innerbetrieblichen Transport von vollen Rollcontainern nochmals um rund 26.400 LKW-Kilometer.

Eine weitere Energieeinsparung brachte die komplette Umstellung auf LED-Beleuchtung im Lager Ansfelden im Jahr 2016. Zudem wurde 2016 begonnen das Zentrallager Ost in Biedermannsdorf auf LED umzustellen und den Standort Inzersdorf mit Fernwärme zu versorgen.

LKW-Fuhrpark

Der Eigenfuhrpark der REWE International AG umfasst 345 Fahrzeuge. Im Berichtszeitraum wurden 77 LKWs, entsprechend der zurzeit höchsten EU-Abgasnorm (EURO 6), angeschafft. Seit 2011 führt die REWE International AG einen Langzeittest mit drei Elektro-Hybrid-LKWs durch. Die ressourcenschonenden LKWs produzieren ihren Antriebsstrom mittels Bremskraft und sparen dadurch bis zu 25 Prozent an Treibstoff ein. Die Vorteile des Elektroantriebs zeigen sich nicht nur bei den vielen Start-Stopp-Vorgängen in der Stadt, sondern auch bei den stark reduzierten Lärm- und CO2-Emissionen.

Das gesamte Altspeiseöl und -fett aus den MERKUR-Restaurants (2016 rund 50.000 kg) wird der Biodieselerzeugung zugeführt. Mit der betriebseigenen Tankstelle können dem Treibstoff der LKW-Flotte bis zu 20 Prozent Biodiesel beigemischt werden, 2016 waren es 314.000 lt. 2013 wurden die alternativ angetriebenen Fahrzeuge um drei Biogas-LKWs erweitert, durch eine Kooperation mit der Salzburg AG können diese mit 100 Prozent Bio-Gas betrieben werden. Während sich die Motoren nicht von jenen anderer LKWs unterscheiden, sind sie doch aufgrund der geringeren Verdichtung um etwa 50 Prozent leiser als ein Dieselmotor. Aus diesem Grund eignen sich die Fahrzeuge vor allem für den Einsatz im städtischen Bereich. Zudem sind nicht nur die Lärmemissionen im Vergleich zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen geringer, sondern auch die Schadstoffemissionen. 

Luftschadstoffemissionen der REWE International AG in Österreich

  2014  2015  2016
Gesamte NOx-Emissionen in kg 638.688 588.876 586.948
Gesamte SO2-Emissionen in kg 198.418 188.845 180.908
Gesamte PM-Emissionen (Feinstaub) in kg 62.907 73.524 68.664
Gesamte NMVOC-Emissionen in kg 54.556 81.259 77.500

FahrerInnenschulungen vermitteln die Bedeutung der Verpflichtung und Verantwortung gegenüber anderen Verkehrspartnern und schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen sowie der Umwelt und dem Material. In den Schulungen werden sachbezogenes Wissen und Kenntnisse vermittelt, wie zum Beispiel die Bedeutung des Kräftespiels am Fahrzeug sowie Grundkenntnisse der Fahrphysik im Rahmen eines Sicherheitsparkours. Durch die Darstellung realer, reproduzierbarer Situationen erfahren die TeilnehmerInnen im Training das richtige Verhalten in kritischen Situationen. Diese Maßnahmen tragen in Summe dazu bei, dass die LKWs der REWE International AG nicht nur umweltschonender, sondern auch sicherer unterwegs sind. Im Berichtszeitraum absolvierten 288 KraftfahrerInnen im Zuge ihrer Ausbildung ein Öko-Training beim ÖAMTC.

Council für nachhaltige Logistik

Die REWE International AG war 2014 eines der Gründungsmitglieder des Council für nachhaltige Logistik. Bei dieser europaweit einzigartigen Initiative schlossen sich 15 der größten Firmen aus dem Bereich Handel, Logistikdienstleister und Produktion zusammen, um gemeinsam Schritte im Bereich nachhaltige Logistik zu setzen. Verankert ist der Council für nachhaltige Logistik am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien. Ein erster Schwerpunkt ist die Entwicklung von Elektro-Nutzfahrzeugen.

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