Vorreiter bei Landwirtschaft und Lebensmittel ohne Gentechnik

Autorin Tanja Dietrich-Hübner Leitung Nachhaltigkeit

Dass ÖsterreichInnen stolz auf die Qualität der heimischen Lebensmittelmittel sind, hat auch etwas damit zu tun, dass Österreich europaweiter Vorreiter bei Landwirtschaft und Lebensmittel ohne Gentechnik ist. Vor 20 Jahren haben im Rahmen eines Volksbegehrens 1,226 Millionen Österreicherinnen und Österreicher der Gentechnik auf Feldern, im Regal und auf den Tellern eine klare Absage erteilt. Bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Gentechnik-frei am 2.Mai in Wien wurde daran erinnert. Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner betonte:

„Ich sehe in und für Österreich keinen Mehrwert von gentechnisch veränderten Pflanzen bzw. Lebensmitteln, die solche Produkte enthalten.“

Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter, der sich auch in seiner früheren Funktion als EU-Abgeordneter in Brüssel und Straßburg für Gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel einsetzte, unterstrich die Führungsrolle Österreichs:  "Als erstes Land der EU haben wir 2015 die Gentechnikfreiheit im Anbau sogar in der Verfassung verankert. Ich bin sehr stolz, dass uns das gelungen ist und bin überzeugt, dass unser Weg der richtige ist."

Als "gentechnisch verändert" werden Organismen bezeichnet, wenn ihre Erbsubstanz in einer Weise verändert wurde, die so in der Natur nicht vorkommt.

Vorstandsvorsitzender REWE International AG, machte bei der Jubiläumsveranstaltung der ARGE Gentechnik-frei klar: „Bei einer überwältigenden Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher besteht unverändert der dringende Wunsch, ausschließlich Gentechnik-frei produzierte Lebensmittel zu konsumieren. Gentechnik-Freiheit ist daher ein fixer Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, weil es uns auch besonders wichtig ist, dass uns die Konsumentinnen und Konsumenten hier vertrauen können. Kein einziges Lebensmittel, das in den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, BIPA, PENNY und ADEG  angeboten wird, ist gentechnisch verändert und das wird auch so bleiben.“

Ist Gentechnik bei der Produktion von Medikamenten weitgehend akzeptiert, kritisieren Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder Global 2000 den Einsatz gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung wie bei Mais, Soja, Kartoffeln und Raps. Durch die Manipulationen in den Pflanzenzellen soll die Produktivität verbessert und Resistenzen gegen Schädlinge aufgebaut werden. Die Erfahrungen in Ländern wie Brasilien und USA zeigen schon jetzt die negativen Auswirkungen wie Vermehrung von Schädlingen und Unkräutern durch Resistenzen. Auch die Reduzierung der Artenvielfalt und Monopolisierung von Pflanzenzüchtungen kritisieren Gegner.

Für Alexander Egit, Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt es aber auch noch in Österreich Verbesserungsbedarf: „Die gentechnikfreie Landwirtschaft in Österreich ist zweifellos eine Erfolgsstory. Trotzdem können wir noch nicht von einem komplett Gentechnik-freien Österreich sprechen. Über den Umweg der Futtermittel landet nach wie vor gentechnisch verändertes Essen auf unseren Tellern. Noch immer werden in Österreich jedes Jahr 350.000 Tonnen Gentech-Soja verfüttert, vor allem in der Schweinemast. Die Schweine-Branche muss jetzt endlich handeln und Gentechnik aus den Futtertrögen verbannen.“

Wer in jedem Fall sicher gehen will, greift zu Bio-Produkten oder Produkten, die mit dem Label der ARGE "Gentechnik frei" gekennzeichnet sind. Bei einer Aktionswoche im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel von 6.-17. Juni  stehen   gvo-frei Produkte im Mittelpunkt.

Mehr zum Thema unter http://www.20JahreOhneGentechnik.at

Copyright: ARGE Gentechnik-frei/APA/Rastegar

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