PENNY unterstützt das Projekt „Lernen mit leerem Bauch? – Geht nicht!“

Autorin Melanie Prammer Projektmanagement Nachhaltigkeit

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Es ist 12.00 Uhr, Sie sitzen seit vier Stunden in der Schule und haben seit gestern Abend nichts mehr gegessen. Nicht weil Sie nichts essen wollten, sondern weil es nichts zu essen gegeben hat. Der Magen knurrt und die Gedanken kreisen - alles dreht sich nur ums Essen. Was da vorne an der Tafel vor sich geht, was der Lehrer erzählt, wird immer unwichtiger …

Schwierige Lage für viele Schulkinder

Das ist leider kein Einzelfall, sondern für zahlreiche Schulkinder in Wien bittere Realität. Die Familien sind oft in schwierigen sozialen und psychischen Situationen, es fehlt aber auch Zeit für und Kompetenz im Umgang mit Lebensmitteln und Ernährung, sodass es weder gemeinsame Familienmahlzeiten gibt noch auf ausgewogene Speisen geachtet wird. Rund fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung leben in akuter Armut. Von der Armut am schlimmsten betroffen sind die rund 127.000 Kinder und Jugendlichen. Der finanziell prekären Situation folgen belastende Wohnbedingungen, gesundheitliche Probleme, chronischer Stress und Einsamkeit.

Dem will das Projekt „Lernen mit leerem Bauch? – Geht nicht!“ entgegenwirken. „Jedes Kind in unseren vier Projektschulen in Wien soll sich einmal am Tag satt essen können“, betont Claudia Röthy, Geschäftsführerin der Stadtdiakonie Wien und Initiatorin des Projekts. „Es geht darum, die Konzentration und Aufnahmebereitschaft der Kinder im Unterricht zu steigern, den Umgang mit Lebensmitteln zu lernen und das soziale Verhalten untereinander zu verbessern“. Wichtig ist, dass unser Angebot von allen Schulkindern in unseren Projektschulen angenommen werden darf. „Ist eine Schule in das Projekt aufgenommen, ist es egal, ob die Kinder bedürftig sind oder nicht. So ist gewährleistet, dass niemand aus Scham der Mahlzeit fern bleibt“, so die Projektverantwortliche der Diakonie.

Hilfe von PENNY für Schulen

PENNY Österreich unterstützt jedes Schuljahr das Projekt „Lernen mit leerem Bauch?“, das in Wien bereits seit sechs Jahren läuft, und ermöglicht so die Versorgung der vier Schulen mit Lebensmitteln. Axel Bolten und Dietmar Stelzl, Geschäftsführer von PENNY Österreich, freuen sich, dass PENNY in diesem Projekt täglich im Durchschnitt 130 Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, bessere Chancen für die Zukunft bekommen zu können: „Mit unseren hochwertigen Lebensmitteln können wir dazu beitragen, dass die Kinder Freude am Umgang mit gesunder Nahrung entdecken und sie gleichzeitig beim Lernen gefördert werden. Das ist uns ebenso wichtig, wie sie dabei zu unterstützen das gemeinsame regelmäßige Essen als Teil des Alltags schätzen zu lernen“.

Und dieser zweite, der soziale Aspekt der gemeinsamen Mahlzeit, war von Beginn an im Projekt ebenso wichtig wie das Essen selbst. Deshalb werden die Mahlzeiten von den Kindern auch gemeinsam zubereitet. LehrerInnen verarbeiten gemeinsam mit den SchülerInnen die vorhandenen Lebensmittel. Bei dem Austausch, der dabei stattfindet, kommen viele Themen zur Sprache. So meint zum Beispiel der elfjährige Moritz: „Ich komme gerne am Nachmittag zum Essen her, weil ich da auch immer jemanden zum Reden habe“. Denn zu Hause sei er immer alleine.

Frische Lebensmittel entdecken

„Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie den Umgang mit frischen Lebensmitteln lernen“, schildert Angelika Fürst, Lehrerin im SPZ Lorenz Kellnergasse ihre Eindrücke vom gemeinsamen Zubereiten der täglichen Mahlzeit. „Manche Kinder haben noch nie eine Paprika roh gegessen. Und dass man Lebensmittel nach dem Essen im Kühlschrank weiter aufbewahren kann, ist auch manchen neu“. So erlernen die Kinder praktisch und sozusagen „nebenbei“ Vorratshaltung und nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln. Saisonale Ernährung und bewusster und wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln sind hier selbstverständlich.

Wesentlich ist dabei auch das gemeinsame Tischdecken und Aufräumen am Schluss. Die Kinder genießen die gemeinsame Mahlzeit und das Miteinander, das sie dem oftmals leeren Zuhause vorziehen. Die tägliche Möglichkeit, sich gut satt essen zu können, hat in allen Schulen schon wesentliche Veränderungen ermöglicht: „Wir erleben die SchülerInnen jetzt entspannter und ruhiger und sie nehmen auch mehr Rücksicht aufeinander. Ich bin überzeugt davon, dass sich das regelmäßige Essen auch auf die Leistung der Kinder auswirkt und hoffe, dass das Projekt im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden kann“, so einer der betreuenden Lehrer.

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