Senior Trainee Programm – Erfahrungen und Eindrücke

Autorin Maria Pichler Senior Trainee

Mit 47 Jahren auf Jobsuche? Wer das selbst schon erlebt hat, kennt die Reaktionen der Firmen – selten eine Gesprächseinladung, trotz guter Ausbildung und Jobprofilpassung. Das Alter als Grund würde einem natürlich niemand rückmelden, die Schnelligkeit so mancher Absage – Spitzenzeit 10 Minuten nach Versand – sprach eine andere Sprache.

"45 plus" explizit gesucht – Wo gibt's denn so etwas?

Umso toller fand ich es, dass die REWE International AG mit dem Senior Trainee Programm gezielt Bewerber/innen in der zweiten Hälfte des Berufslebens ansprach/anspricht. Persönlichkeiten mit breiter Berufserfahrung, die nochmals durchstarten wollen – selbst wenn man noch keine Handelserfahrung mitbringt. Die Medienberichterstattung dazu hatte ich schon beim ersten Durchlauf begeistert gelesen. Beim zweiten Aufruf war ich dann selbst auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und hier bin ich.

Ablauf und Perspektiven

Von Mitte Jänner bis Mitte Mai 2016 habe ich alle zur Marktführung nötigen Stationen direkt im Filialbetrieb durchlaufen. Dabei ist mein Respekt vor dem was die Mitarbeiter/innen Vorort leisten noch größer geworden – der körperliche Einsatz bei der Regalbetreuung hat mir so manch blauen Fleck beschert, die Kassiertätigkeit weit mehr Konzentration gefordert als ich dachte und der oftmals frühe Dienstbeginn war für mich Morgenmuffel wahrlich nicht einfach. Trotzdem fühlte ich mich nach der Filialzeit fitter als je zuvor – man ist automatisch im laufenden Training. Fitnesscenterbesuch braucht es in der Zeit nicht zusätzlich.

Nach einem vierwöchigen Auslandsprojekteinsatz in Tschechien soll sich in weiteren 4 Monaten Job Rotation in der Zentrale herauskristallisieren, wohin dieser Weg mich letztlich führt. Ich war lange Zeit im Human Resources Management tätig, was aber nicht heißt, dass ich zwangsläufig im HR-Bereich einsteigen muss. Natürlich schaue ich bei der Zentralrotation dort genauer hin, aber ich bin ausbildungsmäßig breiter aufgestellt, neugierig und lerne immer wieder gerne dazu.

Für mich sind zwei Punkte entscheidungsrelevant: ich muss mir zutrauen, dass ich rasch in die Position hineinwachsen kann und sie muss mir Freude bereiten. Die Vielfalt des Unternehmens lässt mich darauf vertrauen, dass sich der passende Platz jedenfalls findet. Ich bin selbst gespannt, was es sein wird und freue mich schon darauf. Wichtig ist mir im Moment mit weit offenen Augen und Ohren durch die einzelnen Bereiche und Handelsfirmen zu gehen, um mir nicht durch einen Tunnelblick eventuell interessante andere Chancen und Möglichkeiten zu verwehren.

Würde ich es wieder tun?

Was mir am meisten gefällt ist der tolle Über- und Einblick bis in Bereiche, wo ich nie gedacht hätte einmal hineinschnuppern zu können. Die Komplexität der REWE International AG zu fassen ist letztlich die größte Herausforderung und geht sicher über das Ende des Programms hinaus. Ich sehe es als Privileg, dass mir dafür so viel Raum gegeben wird. So manche/r Kolleg/in, der/die hier gleich direkt in den Job eingestiegen ist, "beneiden" mich sogar ein bisschen darum.

Weil mich schon einige gefragt haben, ob ich es wieder tun würde. Ja, jedenfalls – für mich ist es ein überaus spannender Weg in einem überaus spannenden Unternehmen, in dem ich mich willkommen und geschätzt fühle. Und das mit mittlerweile 48 Jahren.

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