Welterschöpfungstag: Schmetterlings-App enthüllt akute Gefahr

Frau Manuela Achitz
Autorin Manuela Achitz Projektmanagement Stiftung Blühendes Österreich

Die Menschheit lebt weit über ihre Verhältnisse. Wir verbrauchen mehr natürliche Ressourcen als der Planet regenerieren kann. Mit dem heutigen Tag hat unser ökologischer Fußabdruck die Biokapazität der Erde überstiegen und wir die jährlich zur Verfügung stehenden Ressourcen aufgebraucht. Das gefährdet nicht zuletzt auch den Bestand an Schmetterlingen. Mit der Schmetterlings- App „Schmetterlinge Österreichs“ weisen die Blühendes Österreich - REWE International gemeinnützige Privatstiftung und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 auf den akuten Gefährdungsstatus der Schmetterlinge hin.

„Schmetterlinge stehen stellvertretend für den sorglosen und von kurzfristigen Profiten getriebenen Umgang mit unseren Ressourcen. Die Gefährdungslage der Schmetterlinge ist dabei größer als erwartet“, zieht Martin Aschauer von GLOBAL 2000 nach zwei Monaten „Schmetterlings-App“ betroffen eine erste Bilanz. „Im Gegensatz zu den Honigbienen haben die Schmetterlinge keine Lobby, obwohl sie wichtige Bestäuber der Pflanzenwelt sind. Die ersten Ergebnisse der Naturschutz-App enthüllen, wie wichtig es ist, den Schmetterlingen eine Stimme zu geben“, so Aschauer.

Die Lebensräume der Schmetterlinge werden nicht nur durch Verbauung, landwirtschaftliche Intensivierung, Aufgabe von extensiv bewirtschafteten Wiesen bzw. Umbrüchen zu Monokulturen und den Verlust artenreicher Blumenwiesen massiv eingeschränkt, sondern auch durch Kommassierung und den intensiven Spritzmittel- und Düngeeinsatz. Das von der Öffentlichkeit bisher wenig beachtete Verschwinden der Schmetterlinge bezeichnet Aschauer als klares Indiz für eine Schieflage des gesamten Ökosystems.

Bereits über 50% der tagaktiven Schmetterlinge gefährdet - App schafft Daten & Nachweise von stark gefährdeten Arten

Mehr als 50 Prozent der tagaktiven Schmetterlingsarten Österreichs sind akut gefährdet, obwohl sie einen essenziellen Beitrag zu unserem Ökosystem leisten, zeigt der Report „Ausgeflattert – Vom stillen Tod der österreichischen Schmetterlinge“ auf. Mit der App „Schmetterlinge Österreichs“ wird zudem das größte Schmetterlingsportal Österreichs und ein landesweites Citizen-Science-Projekt aufgebaut. Alle Österreicherinnen und Österreicher sind eingeladen die gefährdete Schmetterlingspracht vor den Vorhang zu holen und zu einer fundierten Datensammlung zu tagaktiven Schmetterlingen beizutragen.
Seit zwei Monaten beteiligen sich tausende Österreicherinnen und Österreicher quer durch alle Bundesländer an der Zählung der heimischen Schmetterlinge. Mittlerweile wurden knapp 2.500 Exemplare fotografiert, bestimmt und gemeldet.

Knapp 2.500 Schmetterlings-Beobachtungen als wichtigen Beitrag zu Citizen-Science-Projekt

Ronald Würflinger, Geschäftsführer der Stiftung Blühendes Österreich, ist von der Hilfsbereitschaft und dem Engagement der Community angetan: „Dutzende fleißige Helferinnen und Helfer kommentieren die Sichtungen und geben Hinweise für eine richtige Bestimmung. Diese Aktivitäten sind wesentliche Grundpfeiler für den Erfolg der App und des Citizen-Science-Projekts.“

Auch der Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger, der die App mitentwickelte, ist von der Anzahl und Qualität der Meldungen beeindruckt: „Die bisher 2.000 gemeldeten Beobachtungen überraschen sowohl mit beeindruckender fotografischer Qualität als auch mit einer hohen Bandbreite an Arten. An der Spitze der beobachteten und gemeldeten Schmetterlinge steht der Distelfalter, gefolgt vom Admiral und dem Großen Ochsenauge“. Höttinger verweist darauf, dass die App auch Nachweise von stark gefährdeten Schmetterlingen bringen kann – wie z.B. die Meldung samt Foto vom gefährdeten Kleinen Waldportier.

Experte Höttinger wird im Herbst gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Holzer eine fundierte wissenschaftliche Aufarbeitung der Ergebnisse verfassen. Im Laufe des Septembers stehen die beiden im Rahmen von Schmetterlings-Sprechtagen für die Userinnen und User der App zur Verfügung.

Jedes Foto zählt: Volkszählung der Schmetterlinge geht weiter!

Die Stiftung Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 hoffen auf weitere Beobachtungen und Meldungen. Bis in den Oktober hinein dauert die Flugzeit der Schmetterlinge an. „Jedes Foto zählt! Die App schafft Bewusstsein und kann dazu beitragen, die Bevölkerung zu sensibilisieren und den Lebensraum der Schmetterlinge zu erhalten", appelliert Ronald Würflinger.

Die App steht kostenlos in den App-Stores von Apple und Android zur Verfügung. Auf www.schmetterlingsapp.at gibt es auch eine Desktopversion mit Fotos, Steckbriefen und Galerie der Userbeobachtungen.

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