Palmöl im Supermarkt

Autor Jan Dörrich Projektmanagement Nachhaltigkeit

Der Einsatz von Palmöl in Produkten des täglichen Lebens (z.B. Margarine, Kekse, Reinigungsmittel) ist in den letzten Jahren Gegenstand heftiger Diskussionen. Die Gründe für den Einsatz des Öls sind vielfältig: Palmöl ist universell einsetzbar. Es wird aus den Früchten und den Kernen der Ölpalme gewonnen und ist aufgrund hoher Hektarerträge billiger als andere Pflanzenöle wie z.B. Raps und Soja. Zur Kritik gibt vor allem die Frage Anlass, wo Palmöl herkommt und wie es produziert wurde. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, werden Urwälder geopfert, Lebensraum für Pflanzen und Tiere geht verloren und der Klimawandel wird beschleunigt.

Aus diesem Grund rief 2003 die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) den Roundtable on sustainable palmoil (RSPO) als Multi-Stakeholder-Initiative ins Leben. Im Roundtable arbeiten verschiedene Akteure des Anbaus, des Handels und der Verwendung von Palmöl zusammen, um die Nutzung von Palmöl nachhaltiger zu gestalten.

Für die REWE International AG wird eine Vielzahl an Eigenmarkenprodukten mit einem unterschiedlich hohen Anteil an Palm(kern)öl hergestellt. Wir sehen uns als Handelsunternehmen in der Verantwortung für nachfolgende Generationen und setzen uns u. a. für einen nachhaltigeren Anbau der Ölpalmen ein. Es ist unser Ziel, dass sämtliche Palm(kern)ölerzeugnisse, die für die Produktion von Eigenmarkenprodukten verwendet werden, aus einer nachhaltigeren bzw. verantwortungsbewussteren Erzeugerstruktur stammen. Daher verwenden wir seit 2014 nur mehr RSPO zertifiziertes Palm(kern)öl für unsere Eigenmarken.

Forum Nachhaltiges Palmöl

Darüber hinaus gründete die REWE Group gemeinsam mit Partnern im Jahr 2013 das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP), um sich gemeinsam für nachhaltigeres Palmöl einzusetzen. Ziel des FONAP ist es, den Anteil von segregiertem zertifizierten Palmöl und Palmkernöl sowie entsprechender Derivate auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt signifikant zu erhöhen. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern leistet das Forum so einen Beitrag dazu, schnellstmöglich zu 100 Prozent segregiertes zertifiziertes Palmöl und Palmkernöl für diese Märkte verfügbar zu machen.

Das FONAP und seine Mitglieder senden ein klares Signal an die Produktionsländer, dass europäische Unternehmen ihre Verantwortung in den globalen Lieferketten wahrnehmen und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen in den Anbauländern verbessern wollen. Die verstärkte Nachfrage nach nachhaltig zertifiziertem Palmöl und das Bestreben, Zusatzkriterien und Rückverfolgbarkeit zu verankern, führt zu Veränderungen der Praktiken im Palmölsektor.

Ersatz des Palmöls als Lösung?

Für Produzenten ist Palmöl wegen seiner guten Konsistenz für die Weiterverarbeitung, seinem niedrigen Preis und wegen des ausgezeichneten Geschmacks ein wertvoller Rohstoff. Zudem ist Palmöl das ertragreichste Pflanzenöl. Grundsätzlich sollte Palmöl nur dort eingesetzt werden, wo es wesentliche Vorteile bringt.

Ein unüberlegter Ersatz durch andere Pflanzenöle würde - auch laut WWF - die Probleme jedoch nicht lösen, sondern nur verlagern und verschlimmern. Dies gilt insbesondere für den Austausch durch andere tropische Öle wie Kokos- oder Sojaöl. Es würde mehr Fläche benötigt als für den Anbau von Palmöl, es entstünden mehr Treibhausgasemissionen und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten nähme weltweit zu.

Außerdem würde eine wesentliche Einnahmequelle für die Hauptproduktionsländer Indonesien und Malaysia wegfallen. Obwohl der Anbau ökologisch äußerst problematisch sein kann, bringt er doch eine große Wertschöpfung in den Anbauländern.

Für uns gilt daher: Palmöl aus verantwortungsvollen Quellen beziehen und nachhaltigeren Palmölanbau fördern.

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