Heimische Schmetterlinge sterben leise weiter.

Autorin Bettina Schlesinger Projektmanagerin Nachhaltigkeit

Oben hui, unten pfui! Neuer Report von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 zeigt Schmetterlingssterben in Österreichs Tälern auf.


Schmetterlinge zählen weiterhin weltweit zu den am meisten gefährdeten Tieren. Mehr als die Hälfte der 4.070 Schmetterlingsarten Österreichs ist bedroht. Laut dem neuem Report der wissenschaftlichen Serie Ausgeflattert zeigt sich der Rückgang der Artenvielfalt vor allem in den Tälern der alpinen Regionen Österreichs. Intakter Lebensraum für Schmetterlinge ist durch intensive Landwirtschaft, vor allem durch massive Überdüngung und Pestizideinsatz, und den Nutzungsdruck im urbanen Raum beinahe verschwunden. Trotz der offensichtlichen Falterarmut fehlen meist aktuelle Verbreitungsdaten, ein Mangel, der Schutzmaßnahmen gegen das Artensterben erschwert. Es gibt jedoch auch Hoffnung in den Höhenlagen Österreichs, mit vielfach noch günstigen Bedingungen für Schmetterlinge.   

 
Erstes Opfer des Klimawandels? 

Das Vorkommen des Matterhorn-Bärenspinners (Holarctia cervini) ist österreichweit nur in einem kleinen Gebiet auf etwa 3.100 Höhenmetern im Ötztal bekannt. Ein Ausweichen in größere Höhen ist unmöglich. Umgekehrt ist zu erwarten, dass einzelne wärmeliebende Arten die Gunst der Klimaerwärmung nutzen werden und sich zukünftig weiter oben ansiedeln, zuletzt der Karst-Weißling.    
 
Unabsehbare Konsequenzen des Artensterbens

In einer nie zuvor dagewesenen Schnelligkeit zeichnen wir für den Verlust von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen verantwortlich. Die Folgen des Artensterbens sind dem Menschen unbekannt. Doch gerade Schmetterlinge sind Indikatoren für unsere Umwelt - geht es den Schmetterlingen gut, geht es dem Planeten und damit den Menschen gut.  Lena Hoschek setzt sich als Beirätin von Blühendes Österreich für Artenvielfalt ein: „Ich habe nicht nur in meiner Kollektion den Schmetterlingen einen hohen Stellenwert gegeben. Ich möchte meine KundInnen ermutigen ein Produkt im Zusammenhang mit der Umwelt zu sehen. Wegwerfen und Neukaufen gehen zulasten von ArbeiterInnen, Umwelt, Klima und der Gesundheit derjenigen, die die Kleider am Ende tragen.“  Ohne die Bestäubungsleistung der Bienen, Hummeln und Schmetterlinge gäbe es einen gravierenden Verlust an Blumen, Obst und Gemüse. Die österreichische Wiesenlandschaft wie wir sie kennen, würde unwiederbringlich verschwinden und Kürbis, Apfel oder Marille würde es kaum noch geben. Viele Supermarktregale stünden leer.  

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