Zwei Mitarbeiter der REWE International AG setzen sich für die Bienen ein

Autor Andreas Krutzler REWE Group Imker

Wir, Christian Simon, tätig als System- & Datenbankadministrator in der EDV Systemtechnik & Produktion (im Bild rechts), und Andreas Krutzler, tätig im Zentralfuhrpark Wr. Neudorf sind zwei langjährige Freunde und Mitarbeiter der REWE International AG und hatten, getrennt voneinander, ein Problem mit dem leider omnipräsenten Thema „Bienensterben“.

Bei einem gemeinsamen Treffen am 25. Juli des heurigen Jahres kam die Sprache auf das Bienendrama und schnell war klar, dass die Stirn in Sorgenfalten zu legen zu wenig ist. Also fassten wir kurzerhand den Plan, uns der sinkenden Bienenpopulationen aktiv entgegenzustellen. Bücher, Internetrecherchen und Besuche bei Imkern zeigten uns rasch den richtigen Weg: wir werden Imker.

Aber wohin mit den Bienen, denn selbst den wenigen Platz, den sie für ihre sensationelle Leistung benötigen, nennen wir nicht unser eigen, denn letztendlich gilt es auch gewisse gesetzliche Vorschriften (z. B. Mindestabstand zum Nachbargrundstück, etc.)  bei der Haltung von Bienen zu beachten.

Da im urbanen Gebiet die Haltung von Bienen auf Dächern schon fast Normalität bedeutet und dies für alle Beteiligten erhebliche Vorteile bringt, fielen uns die unzähligen Quadratmeter Flachdach der Zentrale der REWE International AG (unser beider Arbeitsplatz) in Wiener Neudorf ein.

Bereits am 27. Juli begannen wir, mit den Verantwortlichen und Entscheidungsträgern  zu kommunizieren und waren beide überrascht, wie außergewöhnlich positiv unsere Nachfrage beantwortet wurde. Von allen Seiten ein klares Ja immer begleitet von „Gute Idee“ und „absolut kein Einwand“. Innerhalb weniger Tage hatten wir sämtliche Zustimmungen und auch schon den Standplatz unserer zukünftigen Bienenpopulationen: am Dach des Zentralfuhrparks/Unkostenlagers.

Aus Bienensicht ein idealer Platz:
Im Umkreis von wenigen Kilometern laden viele Grünflächen und  Äcker zum Diner, denn Bienen legen zwischen Blüten und dem Stock täglich bis zu 5 (!) Kilometer zurück. Darüber hinaus halten sich direkt störenden Einflüsse in Grenzen, denn Bienen sind sehr anpassungsfähig und lassen sich durch fast nichts stören. Wir haben bei unseren Besuchen von Bienenvölkern gehört, die unmittelbar in der Nähe von stark frequentierten Schienen leben und trotzdem beste Erträge bringen, d. h. sich offensichtlich pudelwohl fühlen.

Bereits jetzt haben wir uns auch für die Art der Bienenstöcke, im Fachjargon „Beuten“ genannt, entschieden: Zander.
Wie überall gibt es auch im Bienenbusiness  viele verschiedene Möglichkeiten und jede Beutenart hat Vor- aber auch Nachteile. Zander ist eine in Österreich weit verbreitete Beutenart und  auch das Ausgangsmaterial, Fichtenholz, kommt zu 100 % aus Österreich. Drei Komplettbeuten sind mittlerweile bestellt und sollten in den nächsten Tagen abholbereit beim Händler liegen.

Unsere Bienen werden wir aus Orth an der Donau in Form von „Kunstschwärmen“ bekommen – mit viel Glück haben wir es im letzten Moment auf die Warteliste geschafft.

Der Terminus Kunstschwarm bedeutet eine absichtlich herbeigeführte Neubildung eines Bienenstaates mit dem Hintergrund, dass sich die Tiere mit der geringstmöglichen Belastung entwickeln können. Dabei wird dem Volk eine Königin dazugesetzt und dann – das wichtigste überhaupt – wird nach ein paar Tagen festgestellt, ob Königin & Volk miteinander harmonieren oder nicht. In jede unserer Beute setzen wir ca. 1 Kilo Bienen plus Königin ein. Wir bekommen die Schwärme aber erst Ende Juni, um mit der geringsten notwendigen Behandlung der Varroa-Milbe in die Winterruhe zu gehen und so mit einem absolut starken und fast gänzlich unbelasteten Volk in die nächste Saison zu starten. Wie man sieht eine ziemlich langwierige Planung bis so ein Bienenvolk bereit ist!

Dies als kleiner Überblick über das „was wir wollen“, „was wir haben“, „wo wir hinwollen“ und „was wir damit erreichen werden“. Wir freuen uns auf unser neues Hobby und werden alle Fortschritte und alle Neuigkeiten auf diesem Weg teilen.

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