Barrierefreier Zugang zu Supermärkten – größte Hürden im Kopf

Autor Alfred Matousek Projektmanagement Nachhaltigkeit

Immerhin 15 Prozent der ÖsterreicherInnen haben eine Behinderung, das sind 1,2 Millionen Menschen. Ein Drittel der Bevölkerung ist selbst oder im engsten Umkreis betroffen. Ab 2016 müssen per Gesetz alle Betriebe weitestgehend barrierefrei zugänglich sein.

Barrierefreiheit lässt sich messen

Laut Gregor Demblin, Gründer von „DisAbility Performance Austria“, sind die größten Barrieren nicht die von Stufen, sondern die in den Köpfen. Unsicherheiten lassen sich abbauen, wenn man länger miteinander im Kontakt ist und MitarbeiterInnen so geschult sind, dass sie keine Berührungsängste haben. Kein Unternehmen kann es sich leisten, die Gruppe der Menschen mit Handicap nicht zu beachten. Das Potenzial sei größer als geglaubt. Das war der Tenor, als Demblin am Donnerstag, dem 9. April 2015, mit dem REWE International AG Vorstandsvorsitzenden Frank Hensel und Willibald Cernko, CEO der Bank Austria, den sogenannten „DisAbility Performance Check“ vorstellte. Damit lässt sich erheben, wie barrierefrei ein Unternehmen sich in Summe darstellt.

Barrierefreie BILLA Musterfiliale und weitere Maßnahmen in Planung

Bei der REWE International AG sind heute bereits mehr als 90 Prozent der Filialen gemäß dem Behindertengleichstellungsgesetz baulich barrierefrei. Innerhalb eines Jahres soll – voraussichtlich in Wien – die erste vollkommen barrierefreie BILLA Musterfiliale entstehen. Sie soll vollständig rollstuhlgerecht, ebenso für seh-und hörbehinderte KundInnen geeignet und auch Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung sein. Die Filiale soll entsprechende Standards für alle Handelsunternehmen der REWE International AG entwickeln.

Auch die Internetseiten und Onlineshops sollen für Behinderte nutzbar gemacht werden. In der REWE International AG soll demnächst ein Disability Management etabliert werden, mit Hilfe dessen man die Disability Strategie nach dem Motto „Wir denken barrierefrei und geben allen die gleichen Chancen“ vorantreiben und unter anderem die derzeit noch geringe Anzahl von rund 350 behinderten Beschäftigten in den nächsten drei bis vier Jahren verdoppeln will. Die rapid zunehmende Überalterung der Bevölkerung macht nach Meinung der ExpertInnen die Barrierefreiheit zu einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten 20 Jahre.

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